Ära Jean Nuttli 1988 - 2003

Wer kennt Ihn nicht, Jean Nuttli. Bei seinem Eintritt in die Radsportschule wurde er von allen belächelt, doch dann zeigte er sein Können!

Anfangs des Jahres 1974 erblickte Jean das Licht der Welt in Stans. Seine Schulzeit absolvierte er in Kriens. 1988 trat er dem Veloclub Rothenburg bei.  Als er 1990 seine Lehre als Autolackierer bei der Ford Garage Willy begann, wog er bereits 90 kg. Und so nahm sein Leben seinen Lauf. Nach Abschluss der Lehre 1993 trat er in das Geschäft seines Vaters ein, welcher eine Carosserie Werkstatt besitzt. Nun standen strenge Arbeitstage bevor, für's Velofahren war da kaum noch Zeit. Und in der spärlichen Freizeit lockte der Ausgang. Und er entdeckte auch die Faszination Auto fahren. Ein neues Hobby ist geboren. So machte er mit seinen Kollegen "Chäre zwäg". Das Velo war nun vollends vergessen, mit dem Auto konnte der schnellere Speed erzeugt werden. 1995 rufte das Militär. Trotz seiner erheblichen Postur wurde Jean als Festungsfüsilier eingeteilt, da wundert es nicht konnte Jean nach zwei Wochen bereits wieder nach Hause. So erreichte Jean sein trautes Heim in Kriens am Freitagabend. Und da entdeckte er den Trainingslagerflyer vom Veloclub Rothenburg. Spontan entschied sich Jean am Trainingslager in der Toscana teilzunehmen. Treffpunkt war am Samstagmorgen! Da staunten die restlichen Teilnehmer, als Jean mit seinem Velo beim vereinbarten Treffpunkt auftauchte! Jean hatte zu dieser Zeit noch keinen einzigen Trainingskilometer. Ein hartes Trainingslager für ihn. Wie seine Kollegen von hinten aussehen, wusste er danach bestens...

Seine Motivation sank nach dieser Woche auf eine Minimum. Sein Velo stellte er für eine unbestimmte Zeit in die Ecke. 1996 erreicht er sein Rekordgewicht von 125 kg. Von einem Tag auf den anderen entschied Jean, sein Körpergewicht zu reduzieren. Er begann in der elterlichen Wohnung auf dem Ergometer zu trainieren und senkte seine Kalorienzufuhr drastisch. Die erste Woche der Kur war hart. Je länger er es aber durchzog, desto deutlicher sah man die Veränderung. Durchschnittlich verlor Jean nun 400g pro Tag... Nach nur fünf Monaten, an Weihnachten 96 zeigte die Waage 64 kg an....Seither trainiert er jeden Tag, er hat Angst er könnte wieder zunehmen. Die lasche Haut um seinen Bauch ist das einzige Souvenir seiner "schweren Zeit".

Mit dieser Kur legte er auch den Grundstein für seine Erfolge. Plötzlich gewann er wieder Mittwochabendrennen sogar nationale Rennen, wobei hier vorallem das Zeitfahren seine stärke war. Und plötzlich war Jean Profifahrer. Auf bekannte internationale Zeitfahren folgten WM-Teilnahmen. Der Höhepunkt bzw. Wendepunkt folgte 2003 mit dem Versuch den Stundenweltrekord zu knacken. Zwei Versuch die leider nicht erfolgreich waren, einzig den Schweizerrekord konnte er egalisieren. Dies war das Ende seiner Profilaufbahn. Seither wohnt er zurückgezogen in den Alpen. Tägliche Bewegung und eine minimale Kalorienaufnahme gehören heute noch zu seinem Lebensinhalt.